Sonntag, 16. Juli 2017

Erinnerungsalbum aus alten Kalenderblättern

Manchmal dauert es Monate, bis man eine Idee umsetzt. Und dann auch
wirklich fertig stellt. Dieses Projekt habe ich am Donnerstag in einem
Youtube-Video von Alexandra Grape (Pinsel, Schere und Co) gesehen und
sofort die alten Kalender rausgekramt und losgelegt. Freitag Abend war
das Teil dann fertig. Dabei hatte ich zunächst das Problem, dass es bei ihr
ein Jahrbuch für Erinnerungsschnipsel war und ich ja nun mitten im Jahr
kein Jahrbuch basteln wollte. Auch in Urlaub fahren wir dieses Jahr nicht.
Aber dann fiel mir ein, dass mein Patenmädchen, das die ersten 8 Jahre mit
ihrer Familie in Tansania gelebt hat, nun in diesem Sommer nach 5 Jahren
dort Urlaub machen wird, weil alle sehen wollen, wo sie waren und wie es sich
verändert hat. Also: ein Urlaubsschnipseltagebuch für Tansania.

Urlaubstagebuch

Entsprechend war die Auswahl der Kalenderblätter: witzigerweise war
ein Kalender mit Bildern aus Indien dabei, was einiges an exotischem
Stoff bot. Ansonsten fand ich jede Menge unverfängliche Landschaft.
Aber der Reihe nach.

Die Größe der Kalenderblätter und damit der Umschläge gab die Größe
des Albums vor. Ich entschied mich für die Außenmaße 15x25cm. Die
Graupappe habe ich mit Papier bezogen, auf dem Korbgeflecht zu
sehen ist. Tolle und tollste Körbe gibt es dort nämlich auf jedem Markt.



Die Ziehharmonika für die Bindung hat 16 Talfalten für 30 Umschläge.
Gefalzt habe ich alle halbe Inch. Aus 2 Stücken wurde dann die ganze
Harmonika. Die Harmonika und die Vorsatzpapiere habe ich an die
Deckel geklebt. 


Die Kalenderblätter wurden zu 30 Umschlägen verarbeitet. Die Papiere
waren jeweils 7,5 x 7,5“ groß und wurden mit dem Envelope Punch Board
bei 3 3/4“ gefalzt.


Netflix und Sherlock haben mir die Zeit der folgenden Fleißarbeit verkürzt.
Denn alle 30 Umschläge wurden nachgefalzt, entschieden, wie rum sie ins
Album sollen, die rechte Lasche in den Umschlag geklebt und dann die 3
anderen Seiten geschlossen. Dann habe ich mir nochmal alle Bilder
angesehen und entschieden, in welcher Reihenfolge ich sie einklebe.


Und dann kamen die Umschläge in die Harmonika. Alexandra hat sie vor
die Zacken geklebt. Ich fand es aber so schade, dass dadurch noch
weniger von den Bildern auf den Umschlägen zu sehen sein sollte, und
habe sie darum hinter die Zacken geklebt. Dabei habe ich mich von
hinten nach vorne vorgearbeitet. So kann man die Umschläge immer
auf den vorigen ausrichten, damit alles grade wird. Dass die Umschläge
minimal unterschiedlich groß waren, hat mich dabei nicht gestört. (Ich
bin ja keine Maschine ...)


Alexandra hat zur Stabilisierung die Zacken der Harmonika von außen
komplett mit Tacki zugeklebt. Aber als ich mir vorstellte, dass das Album
mit jede Menge Zetteln, Eintrittskarten, gepressten Blättern oder was auch
immer gefüllt werden würde, beschloss ich, die Zacken nicht zuzukleben,
damit das Album mit dem Inhalt mitwachsen kann. Ich hatte schon oft
Tagebücher, die dann vorne riesig dick wurden und dabei fast ihren
Rücken sprengten. Mit der Entscheidung habe ich allerdings auch in
Kauf genommen, dass das Album ziemlich wabbelig sein würde.

Für die Abdeckblätter der einzelnen Umschläge habe ich mir eine Schablone gemacht und damit 30 „afrikanische“ Papiere zugeschnitten. Die habe
ich dann von vorne auf die Umschläge geklebt, damit die unruhigen
Bild“schnipsel“ der Laschen nicht mehr zu sehen sind. Die meisten dieser
Papiere stammen aus einem älteren SU-6“-Designpapier-Block mit
afrikanisch anmutenden Motiven. Beim Einkleben ist was Tolles passiert.
Die Zacken wurden so praktisch zwischen den Vorsätzen und den Umschlägen eingeschlossen. Und dadurch wurde die gesamte Bindung zwar so flexibel
im Rücken, wie gewünscht, aber trotzdem total stabil und überhaupt nicht
wabbelig. Ich war verblüfft und begeistert.


Weil man Kleinkram oft aus solchen Umschlägen nicht gut rausbekommt
und sowieso vielleicht was dazu schreiben will, habe ich noch 30 Karten
in den Naturtönen der Kalenderblätter geschnitten, und zwar so, dass
eine Lasche hoch geknickt war, in die man seinen Kram stecken kann.
(Hier ist unten eine grüne karte)


Witzigerweise passten die Reste der 6“-Papiere exakt auf
diese hochgeklappten Streifen drauf, was die Karten
nochmal schöner macht.


Ganz faul im Computer habe ich die Urlaubstage geschrieben,
dann ausgestanzt und auf die Umschläge geklebt.


Im Deckel habe ich noch einen weiteren Umschlag angebracht
für allgemeinen Kleinkram.


Vorne drauf ist das Label gelandet.


Und damit nichts aus dem Album rausplumpst, habe ich dann noch
ein Band längs der Vorderkante angeklebt und damit eine lange
Kordel fixiert, mit der das Patenmädchen sein Album zubinden kann.
Hier der Rücken:


Und nun hoffe ich, dass der Urlaub so toll und ereignisreich wird, wie
es mir Spaß gemacht hat, das Album zu werkeln. Ich bedanke mich
jedenfalls bei Alexandra für die sagenhaft schöne und simple Idee
dieser Bauart und dieser Art zu erinnern.

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